Ein gebärdensprachlicher Theatertrialog

Kommunikation zwischen den Welten

Der Begriff der Kommunikation steht im Zentrum der digitalen Revolution. Er ist Ausgangspunkt für beinahe alle technischen Innovationen, die unser Lebensumfeld – spätestens seit der Smartphone - Revolution – von dem einer Industriegesellschaft zu dem einer Informations- und damit Kommunikationsgesellschaft haben werden lassen. Diese Transformation erstreckt sich über alle gesellschaftlichen Schichten, demographischen Unterschiede und soziale Hürden hinweg. Die Unmittelbarkeit des Kommunizierens ohne Grenzen ist in einem Zeitraum von nur knapp 30 Jahren in all seiner Vielfältigkeit von einem exotischen und teuren Privileg zu einer weltumspannenden Selbstverständlichkeit herangewachsen.

Ensemble dotdotdot
Ensemble dotdotdot
Wie kann Gebärdensprache, Audiodeskription, Übertitelung selbst Teil unserer Inszenierungssprache werden?
Leitgedanke der Produktion

Aesthetics of access

Ansatz aus den darstellenden Künsten – vor allem Theater, Tanz und Performance –, bei dem Barrierefreiheit nicht nachträglich an ein fertiges Kunstwerk angehängt wird, sondern von Anfang an Teil der künstlerischen Gestaltung ist. Der Begriff wurde maßgeblich von der britischen Graeae Theatre Company geprägt. Dann kann zum Beispiel die Audiodeskription dramaturgisch eingebaut werden. Eine Figur beschreibt vielleicht: „Er steht hinten im Raum und schaut mich an.“ Das hilft einem blinden Publikum – aber gleichzeitig kann dieser Satz Spannung, Humor oder eine bestimmte Perspektive erzeugen. Die Beschreibung wird also Text des Stückes. Oder bei Gebärdensprache: Statt rechts neben der Bühne eine Person hinzustellen, die das fertige Stück simultan übersetzt, kann eine gehörlose Schauspielerin selbst spielen und gebärden. Andere Darsteller reagieren darauf, Projektionen greifen die Gebärden auf, Körperbewegungen werden daraus entwickelt. Die Zugänglichkeit verändert damit die Ästhetik der gesamten Produktion. Ähnlich bei Übertiteln: Sie können nicht nur oben über der Bühne stehen, sondern über Wände wandern, Wörter können riesig erscheinen, verschwinden, rhythmisch auf Musik reagieren oder Teil des Bühnenbilds werden. Dann profitieren möglicherweise sogar hörende Zuschauer davon.

Joschas Brief
Joschas Brief

Sprachbarrieren

… (dotdotdot) zeigt szenisch Menschen, die auf unterschiedliche Arten Schwierigkeiten haben, sich untereinander zu verständigen. Französisch, Gebärdendeutsch, Spanisch, Türkisch … keine Übersetzung der Muttersprache – auch für das Publikum. Wir haben ganz bewusst auch für die französischen und spanischen Teile auf französische und spanische Gebärdensprache eingesetzt

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DotDotDot